Das Ende des Webs
Not just another WordPress.com weblog

Jun
20

Nachdem am Donnerstag der Gesetztesentwurf zu Internet-Sperren für kinderpornographische Seiten verabschiedet wurde, der bereits im Vorhinein als Missbrauchsanfällig kritisiert wurde, hat die Bayrische Kommision für Jugendschutz nun bereits den Antrag gestellt, die Website Gameware.at indizieren zu lassen. Dass es mit der vollkommenen Internetzensur so schnell geht, hätte ich nicht gedacht.

Außer Frage steht für mich zudem, dass diese Zensurwut keineswegs auf einer annähernden, geschweige denn ernsthaften Auseinandersetzung mit der Thematik beruht, sondern vielmehr auf einem Prinzip von “bekämpfe, was du nicht kennst”. Dieser Schritt darf in einem aufgeklärten Land, wie wir es zu sein den Anspruch erheben, nicht passieren. Er ist ein Armutszeugnis von Regierung und Opposition gleichermaßen, dem zu Folge ein unzeitgemäßer Kader von Politikern mit einer zunächst einmal vollkommen unbedrohlichen Sache wie dem Internet schlicht überfordert ist.

Für alle die, für die das Internet nicht die Personifikation des Bösen ist, ist spätestens jetzt ein Zeitpunkt gekommen, sich in Bewegung zu setzen. Es wäre sicherlich falsch, jetzt auf die Barrikaden zu gehen und Teilnahme an der Politik aus trotz zu verweigern. Vielmehr muss, wenn schon die Politik statt demokratischem Dialog lieber Wahlkampf für eine überschätze vor-Computer-Generation machen will, wenigstens die echte Gesellschaft demokratisch bleiben und eine Bereitschaft signalisieren, ihrerseits an einen Tisch zu kommen um dem Teil dieses Landes, der vor neuen Medien Angst hat, zu erklären, was ein Webbrowser ist, und das Youtube nicht erfunden wurde, um auf Schulhöfen Gewaltvideos zu verbeiten.

Unkommentiert hingegen möchte ich diese Darstellung stehen Lassen: http://cdu-bundestag.de/

Jun
17

Hallo, ich bin Damien Hunt. Ich bin von Beruf Profisportler auf einer Stelle als Sportlerlegende. Ich verdiene 545 Kröten in der Stunde und bin so Sportlich, dass ich 10 Stunden Krafttraining am Stück machen kann, ohne dass ich auch nur im Geringsten müde wäre. Und über meinem Kopf schwebt ein seltsames grünes Objekt.
So stellt sich mein aktueller spielgefährte in EAs neustem Computerspiele-Hit “Die Sims 3″ vor. Ich spiele die Sims schon seit der ersten Version und wieder einmal ist es den Entwicklern gelungen, ohne das Rad neu zu erfinden, ein innovatives und generalüberholtes Pixelvergnügen auf meinen Bildschirm zu zaubern. Deutlich merkt man, dass man Die Sims spielt, und das ist auch gut so, selten hatte in meinen Augen eine Computerspielreihe so viel stringenz im spieldiedisgn wie die Simulation des wahren Lebens. Platz für Neuerungen blieb dennoch:
Das Gmeplay ist von vorne bis hinten überarbeitet worden, mit dem Ergebnis, dass nach einiger Eingewöhnungszeit das Spiel deutlich flüssiger von der Hand geht als ich es für ein Sims-Spiel jemals für möglich gehalten hätte. Zudem wartet das Spiel mit einigen neuen Features auf, allen voran die komplett bespielbare, dynamische Stadt ohne Übergänge. Hat man also einen Sim mit dem völlig neuen “Erstelle einen Sim”-Tool erstellt und ihn in ein schönes billiges Anfangshäusschen einquartiert lebt die ganze Stadt um einen herum mit: Sims in der Nachbarschaft werden geboren und sterben, sie heiraten und bekommen Kinder, Freund-und Feindschaften entwickeln sich auch ohne mein dazutun, alles fühlt sich viel echter an. Weiterhin lässt sich die Lebensspanne der Sims bestimmen und bis auf “epische” 960(!) Sim-Tage herauf setzen. Insgesammt viele Neuerungen die dem Spiel eine neue Tiefe und Dauerspielbarkeit verleihen.
Auch was den Bau- und Einrichtungsmodus angeht, hat es Fortschritte gegeben. Allen voran das Design-Tool, mit dem sich nahezu jedem beliebigen Gegenstand jede beliebige Oberfläche in jeder beliebigen Farbe verleihen lässt. So ist das Repertoire an benutzbaren Möbelstücken zwar noch recht übersichtlich, bietet dem ambitionierten Häuslebauer jedoch ungeahnte Möglichkeiten, der Kreativität ihren Lauf zu lassen, bis hin zu hölzernen Grünen Autos, Orange gefliesten Fernsehern und Pinken, metallenen Bettdecken. Im Einrichtungs-Modus sind zudem die Gegenstände erstrangig nach Zimmerkategorien geordnet, was mir sehr zu Gute kommt, da ich meine Häuser Raum für Raum ausstatte. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass all die, die lieber die Gegenstandsarten nacheinander abgrasen, mit der etwas lieblosen Sortierung nach Funktionskategorien ihre Schwierigkeiten haben werden.Ein weiters nettes und sinnvolles Feature ist die Möglichkeit, Gegenstände um eine halbe Kachel versetzt zum Bodenraster sowie 45° gedreht zu platzieren.
Alle Änderungen und Neuerungen aufzuzählen wäre an dieser Stelle gewiss zu viel, zudem ich selber noch nicht alle gefunden habe, vieles sind kleine Details mit großer oder mittlerer Wirkung, es ist schnell klar, dass man mit Sims 3 an das bereits sehr ausgereifte Sims 2 nahtlos anknüpfen will. So fällt Sims 3 auch optisch eher weniger auf, was sich dann in den Systemspezifikationen niederschlägt: 2,4 GHz Prozessor und 1,5 GB RAM sowie 128 MB Grafikspeicher mit Pixelshader 2.0 reichen bereits aus um das Spiel flüssig zu spielen. Sinnvoll ist hier auch, dass man sich erstmals entschieden hat, eine einzelne Version für PC unt Mac zu veröffentlichen.
Schließlich komme ich nicht umhin zu sagen, dass 45 € ein ausgesprochen günstiger Einstiegspreis für ein mehr als zeitgemäßes Computerspiel sind und das EA auf die Empörung der Spieler nach dem SecuRom-Desaster von Spore reagierte, in dem sich Sims 3 ohne jede Form der Online-Registrierung spielen lässt und zur schnellen und unkomplizierten Instalation lediglich die eingabe des beiligenden Instalations-Keys vonnöten ist.  Zu erwarten bleiben jetzt geschätze 4593 Addons mit noch mehr tollen Features, denn mit die Sims 3 ist ein weiters mal die Lebensuhr der wohl unterhaltsamsten Computerspielserie aller Zeiten auf null gesetzt worden. Lang lebe das grüne Objekt!

Mica

Jun
09

Die lässt sich auf jeden fall für den recht plötzlich aus der Versenkung aufgetauchten Eminem stellen, und dafür muss man noch nicht einmal Arzt sein, nein, Relapse, seine neue Platte zu hören reicht aus. Neu sind auf jeden Fall die Songs, wenn man sie einmal verstanden hat durchweg als Eminem-eigen unverkennbar mit der gewohnten Mischung aus Zynismus, Gesellschaftskritik, Selbstverherrlichung und Witz. Ansonsten schließt sich das Album praktisch nahtlos an die Reihe seiner hochkarätigen Vorgänger an. Alles ist so wie es sein soll und das macht das Album einfach gut.

Nachdem zwei Singles, “We Made You” und “Crack a Bottle” bereits draußen sind, liefert das Album 13 weitere Titel irgendwo zwischen *anerkenndem Kopfnicken mit erfürchtig geschürzten Lippen* und BAAAAAAAM!, dazu 4 skits die das ganze in eine Rahmengeschichte von Medikamentensucht, Schizophrenie, Gewaltverbrechen und Knallhartem Musikbusiness betten. Ein gelungener Radschlag über typische Eminem-Themen die als Garant für ein wirklich hochkarätiges Rap-Album auf zwei CDs  wie ein Fels in der Brandung jeglicher Kritik stehen. Für Fans wie interessierte ein Muss, für durchschnittshörer durchaus unbekömmlich fällt mir hierzu als Fazit ein. Sicherlich eine der ganz großen Rap-Platten aber ohne jegliche Pop-Ambitionen.

Haut Rein
Mica

Jun
08

Eben nicht. The E.N.D. ist lediglich die Abkürzung für den ausgesprochen klangvollen Albumtitel “The Energy Never Dies”, und gewisser Maßen programatisch. Einen Weg, auf den sich Ende letzten Jahres bereits Kanye West mit seinem Aktuellen Werk “808s & Heartbeat” begeban hat, beschreiten nun auch die Black Eyed Peas, um die es ja auch lange Zeit recht still war. Der gleiche Weg deshalb, weil auch auf The E.N.D eine Bewegung hin zu präzisen, kühlen Arrangements und treibenden Elektrobeats nicht verkennbar ist. Wenig sparsam wird daneben auch mit Stimmodulation umgegangen, die Musik hört sich insgesammt sehr nach Computer an, und zwar nach der Sorte, vor der Leute mit viel Ahnung von guter Musik sitzen. Die Titel während dessen sind durchweg Tanzbar und machen beim hören einfach Spaß, das Album ist bereits beim ersten hören eingängig und ausgesprochen gefällig, ob im Auto, im iPod oder auf der heimischen Stereoanlage, egal ob auf Anschlag oder halb im Hintergrund.

Besonders gut gefällt mir die erste Single der Platte, “Boom Boom Pow”, die die Revolution im Musikrepertoire der BEPs einleutet, “Party All Night” ist zurzeit mein neuer Ohrwurm. Weiterhin fällt auf, das die Musik auch durchaus aus Bahnen ausbricht, einzelne Titel wuchern in punkig-rockige Genre-Gefilde aus, bestes Beispiel ist etwa “Now Generation”. Andere Titel hingegen sind irgendwo zwischen Experimentell und speziell ein zu ordnen, vorne weg “Electric City”, das Album wirkt mit dieser bunten Mischung recht offen, mein weiß eigentlich nicht, wie sich denn der nächste Titel anhören wird, und im Shuffle Mode kann das Album praktisch unbegrenzt oft Laufen, Langeweile oder Überdruß werden kaum aufkommen.

Alles in allem eine gelungene Platte wie ich finde, gefällig, unterhaltsam und eingängig, für jede Gelegenheit zu gebrauchen. Gleichsam ist The E.N.D aber eine klare Ansage an und vor allem gegen die Konventionen von Genres, ein Phänomen was mir in letzer Zeit öfter auffällt und was mit sicherheit einigen Gewohnheitshörern ein Dorn im Auge, pardon, Ohr sein wird. Klare Kaufempfehlung zumindest für alle die ohne Bindung an bestimmte Stilrichtungen einfach nur eine gute Platte suchen. Eines Urteils für BEP-Fans enthalte ich mich, da mir leider zum Musikalischen Stammbaum der Truppe ein wenig Vorwissen fehlt, schaden kann das Album nach meinem Empfind aber niemandem.

Alles Gute
Mica

Jun
04

Schon seit einiger Zeitgibt es das (aus meiner Sicht) erste wirkliche  Highllight des musikalischen Halbjahres, das neue Depeche Mode Album “Sounds of the Universe”. von den Fans war diese Platte lange erwartet worden, und ich gehöre zu der Gruppe, die nicht zu sagen umhin kommt, dass sich das Warten gelohnt hat. Zweifelsohne sind DM längst über das Stadium konventioneller Musik hinaus, weswegen sich die Platte auch nicht als besonders ersthöhrerfreundlich ausweisen lässt. Als erstes fällt am Album die schiere Vielschictigkeit auf, kein einziger Titel gleicht dem nächsten, das Album ist mehr eine wilde Überraschungsmixtur denn ein geschlossenes Werk und dennoch: Jeder Titel ist unverkennbar und gehört dazu, keiner ist entbehrlich, sein Fehlen würde sofort auffallen.

Der erste Höreindruck ist währenddessen beherrscht vom unersättlichen Verlangen der Musik nach Lautstärke – Je mehr, je besser. Die Songs sind im Gro schnell, elektrisch und Agressiv, nicht zuletzt ist das Martin Gore zu verdanken, der während der Produktion immer wieder neue uralte Synthesizer und Sampler von eBay kaufte, die eindeutig die komplexen und durchgemixten Arragnements dominieren. Dabei wird keine Rücksicht auf Verluste genommen, denn schließlich heißt das Album Sounds of the Universe und nicht Sounds of Durchschnittsmusikhörer. Wer sich aber die Mühe macht und genügend Zeit nimmt, kommt mit der Platte durchaus auf du und du. Alles in Allem ist das Album eine deutliche Aussage in Zeiten, in denen Musik nur allzu oft allzu flach ausfällt. Kaufen und Hören, ein Zugeständnis an unterforderte HiFi-Anlagen.

Gretz Michael

Apr
25

Über den Themenkomplex Fernsehn als Idolfabrik lässt sich ja in epischer Breite lamentieren. Meistens ist aber die Absurdität der einzelnen Vorfälle gerade so groß, dass sie eine genauere Betrachtung kaum Wert sind. Anders das, was sich Deutschland gerade von seinem designierten Superstar Annemarie anhören durfte. Auf ihrem Heimatbesuch brach das Blondchen mit dem richtigen Händchen für Schlagzeilenmache plötzlich aus unbekanntem Grund zusammen. Als selbst Unmengen von Traubenzucker nicht weiterhalfen, musst schließlich sogar der Notartzt gerufen werden, der dann auch, der fachkundigen Aussage der RTL-Moderation zu Folge, eine Infusion und Spritzen verabreichte. Schließlich gab der Notartzt dann sein OK für Annemaries Auftritt.

Den eigentliche Beweis für die These, dass eben nicht alle Blondinen als Gegenbeweis für ihr Klischee taugen, lieferte kurz zuvor das Interview mit ihr, betreffs ihres Befindens im Hinblick auf den heutigen Auftritt. Gut ginge es Ihr ja immer noch nicht, mental sei sie zwar wieder auf dem Damm, aber sie leide unter Bauchschmerzen, denn ihr Körper müsse ja das Natrium der Kochsalz-Infusion abbauen. Hat sich in diesem Moment noch jemand mit der flachen Hand vor die Stirn geschlagen, so schreibe er das bitte in die Comments. Allen, die nicht wissen, warum sie sollten, sei Folgendes erklärt:

Ein halber Liter Kochsalzinfusion , also 500ml enthällt 0,9 % Natriumchlorid (Das ist das gleiche Zeug, was wir allsonntäglich auf unser Frühstücksei streuen, in Wasser zerfällt es zu Natrium und Chlorid). In Gramm sind das 4,5g. Der menschliche Körper enthält (Wenn man von hierbei von Annemaries zierlicher Statur ausgeht) etwa 150 g an Salz, von denen Täglich 3g ersetzt werden müssen. Das ändert sich, sobald sich der Körper in Ausnahmesituationen wie etwa einer Krankheit befindet, was auch für Annemarie gelten dürfte, dahin, dass bis zu 20 g Kochsalz pro Tag zusätzlich beötigt werden können. Nur zum Vergleich, trotz des normalen Tagesbedarfs von 3g liegt der Durchschnittliche per Capita Konsum in Deutschland bei über 10g! Sollte also jemand permanent unter Bauschmerzen leiden, wissen wir jetzt, was er tun kann: Weniger Natrium intravenös!

Mär
05

Und das ist genau richtig so, denn “Wrong” heißt die neue Single von Depeche Mode. Und es gilt mit ihr einen Grund zu feieren: Der DM-Sound der 90er ist zurück. Nach “Playing The Angel”, welches mir persönlich wegen des Chillout-Lounge-Charakter marke Moby eher nicht zu sagte und vier langen Jahren künstlerischer Pause, heißt es jetzt “back to the roots”. Wenn eine Band mit einem charakteristischen und einzigartigen Musikkonzept einmal erfolgreich war,  dann funktioniert das auch wieder. “Wrong” verspricht das und man kann vorsichtig davon ausgehen, dass das ausstehende Album “Sounds Of The Universe” genau das halten will. Also: Ohren auf!

Die scheibe liegt am 17.04.2009 in den Läden und meine Meinung gibts kurze Zeit später nur hier!

Alles Gute
MicCcA

Jan
27

Lange nichts gehört von Mr. Dickes B, jetz also die Neuigkeiten in Form einer neuen Single. “Schwarz Zu Blau” ereilt diesmal das Los des Rampenlichts, eine berechtigte Entscheidung, wie ich finde, sieht man hier doch die Stadtaffen-Thematik aufs deutlichste Komprimiert.

Rauskommen soll das Ding am 6. Februar und obendrauf gibt es einen Remix zu “Lok Auf 2 Beinen”, was mich ebenfalls ungemein freut. Mehr hoffentlich dann.

Frohes Warten
Mica

Jan
14

Australia

Kurz nach Neujahr war ich (endlich) nochmal im Kino. Schon zuvor hatte sich die erklärte Absicht manifestiert, Australia sehen zu wollen, ein Film, der mit einer guten Ecke Überlänge und mindestens genau so vielen  Handlungssträngen Aufmerksamkeit erregt. Also ungefähr das, was Pearl Harbor auch getan hat. Nicht zu hochtrabend also fielen daher meine Erwartungen aus, allerdings würde es allein wegen der beeindruckenden Landschaftsbilder Australiens sowie einer hochgepriesenen Filmmusik schon aushaltbar werden.
Diese beiden Versprechen wurden voll und ganz erfüllt, das steht fest. Nach allen Regeln der Kunst wurde dem Australischen Outback ein filmisches Denkmal von Monumentalen Ausmaßen gestezt, Canyons, Berge und Felsplateus unter tief stehender Sonne rot-orange leuchtend vor strahlend blauem Himmel. Kamerafahrten und Panoramaeinstellungen, mächtige Wasserläufe und Weite des Outbacks, schönere, wildere und gewaltigere Bilder kann man sich kaum vorstellen. Und auch die Filmmusik, soviel vorab, nimmt mit. Mit markigem Country und Aboriginee-Inspiriertem World-Klang gelingt auch hier eine ausgesprochen glückliche Komposition, die den Handlungen des Films eine würdige Basis verleiht. Dass der Soundtrack, iTunes sei dank, noch am selben Abend auf meinen iPod krabbelte versteht sich da von selbst.

Der Film handelt von der Britischen Adeligen Sarah Ashley (Nicole Kidman), deren Ehemann in Australien mit Viehtrieb das schnelle und große Geld zu machen beabsichtigt. Allerdings stellt Lady Ashley ihren Ehemann unter den dringenden Verdacht, im Outback mehr als nur das große Geld zu suchen, und reist kurz entschlossen nach Down Under. Dort angekommen wird sie von einem Australischen Cowboy, der sich nur der Drover nennt (Hugh Jackman), zur Rinderfarm begleitet und lernt früh, das Australien alles ist, nur kein Märchen-Abenteuer. Als Lady Ashley auf dem Anwesen eintrifft, muss sie feststellen, dass ihr Ehemann kurz zuvor von einem Aboriginee ermordet wurde. Insgesammt bietet die Farm einen ehr erbärmlichen Anblick: Das Haus ist heruntergekommen, die Wasserpumpe defekt, der Buchhalter des Unternehmens ein Säufer und die gegenwärtige Gruppe von Viehtreibern steht auf der Gehaltsliste von Lord Ashleys ärgstem Feind, dessen einzige Absicht es ist, das Monopol auf den Rindertrieb im Outback zu erlangen. Lady Ashley ist fest entschlossen, die Verhältnisse nicht hinzunehmen, muss aber feststellen, dass sie es mit mächtigen Gegnern zu tun hat. Über allem steht die romantische Odyssee zwischen Sarah und dem Drover, und die Vorherschende Rassenpolitik gegenüber den Aboriginees sowie der heraufziehende Pazifik-Krieg erleichtern Sarahs Kampf für das was sie als wichtig und richtig erkennt, nicht gerade.

Pearl Harbor, Pearl Harbor und immer wieder Pearl Harbor, bis dahin, dass die Hafenstadt Darwin von Japanischen Kampfflugzeugen ausgebombt wird. Aber alles das was Pearl Harbor dem Untergang geweiht hat, ist in Australia goldrichtig arrangiert. Die Liebesgeschichte ist zuallererst einmal erklärtes Thema des Films, nichtsdestoweniger wird die Resthandlung keineswegs zum darben in Irrelevanz verdammt. Vielmehr macht die Romanze ein ums andere mal Platz für sich aufdrängende Probleme und nahendes Unheil, bis zu einem Punkt, an dem sie an der Vielseitigkeit der Geschichte zu zerbrechen droht. Bedrückend wirklich sind Rassenhass, Gewinngier und Krieg, die Sarahs Träume ein ums andere Mal in Gefahr bringen, inszeniert. Und wenn es sich gerade zum guten gewendet hat, so schwebt doch irgendwie eine Beklemung im Raum, die wissen lässt, dass da noch etwas nicht passiert ist, das Dinge unausgesprochen sind, unabwendbare Geschehnisse noch ins Haus stehen. Die wundervollen Bilder stehen in einem gewagten Kontrast zur imensen Komplexität der miteinander verwobenen Handlungsstränge, und es fordert alle Aufmerksamkeit um das epische Werk in seiner Ganzheit zu erfassen. Hierbei ist die Kompromisslosigkeit des Geschehens sicherlich eine große Hilfe wenn auch oft so greifbar, dass sie beinahe verstörend wirken kann.

Nicole Kidman und Hugh Jackman bilden ein Brilliantes Cast, “feine Englische Lady trifft auf rauhbeinigen Australo-Cowboy” in Vollendung, was von abstusen Missverständnissen (die ohne Weiteres auch für einen Lacher gut sind) über bewegende Momente von Selbsterkenntnis bis hin zu völlig unvereinbar scheinenden Wertvorstellung ein volles Spektrum von Beziehungsbildern bereithält.
Ergänzend dazu ein Unglaublich böser Bösewicht und ein richtig ekliges Ekelpaket von einem Missionspfarrer sowie  einige leicht skurile, aber dennoch liebenswerte Charakere, etwa der trinkende Buchhalter Flynn, sowie nicht zu letzt der Junge Halb-Aboriginee Nullah, wirklich herzergreifend gespielt von Brandon Walters.

Australia ist mit Sicherheit kein Film, den man ansieht, um sich berieseln zu lassen, das geben zwar die Bilder her, aber die Handlung ist von solcher Komplexität, dass man alle Sinne beisammen haben muss, um ständig auf der Höhe zu bleiben. Wer allerdings zeit und Lust hat sich auf ein filmisches Großwerk mit epochalem Charakter, faszinierenden Handlungsträgern und letztlich doch aktuellen Themenbezügen einzulassen, der wird in jedem Fall belohnt belohnt.

Dez
31

Ich wünsche der geneigten Leserschaft einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein frohes, friedliches und gesegnetes Weihnachtsfest gehabt zu haben.

Alles gute & Stay Tuned
MicCcA