Oh du Fröhliche!
Die Geschichte ist eigentlich sehr banal: Autoradio auf dem Weg nach Hause, ich habe es grade geschafft, auf Durchzug zu schalten, da höre ich auf einmal ein „HOHOHO!“ und dann „…Weihnachten bei Bauhaus…“ während im Hintergrund irgendeine Weihnachtsmusik dudelt… Mo-ment! Wisst ihr was mir gerade auffällt? wir haben den 30. OKTOBER und die Adventszeit beginnt mit dem ersten Advent, dieses Jahr am 30. November. Irgendetwas stimmt hier offensichtlich nicht.
Für mich führt das ehr mehr als weniger zu einer Prinzipfrage, mir ist das Weihnachtsgeschäft jedes Jahr so wie so zu wider, gerade wenn ich schon Wochen vor Heilig Abend das Lied „Stille Nacht“ in allen möglichen verrapten und verpopten Variationen in den Ohren habe, denn gerade dieses Lied gehört nur zu einem einzigen Zeitpunkt gesungen, in der Heiligen Nacht, und zwar so wie es Franz Xaver Gruber und Josef Mohr zum ersten Mal haben singen lassen, weil an Weihnachten 1818 in Oberndorf (irgendwo bei Salzburg) die Kirchenorgel kaputt gegangen war, und man ein Lied brauchte, das auch ohne instrumentale Begleitung besinnlich und festlich klang.
Ein anderes Beispiel ist der Weihnachtsmann. Wieso, der kommt doch am 6. Dezember und verteilt Geschenke..? Naja, immerhin ist bei vielen aus der Erstkommunions-Katechese und der Kindheit ja noch das Datum hängengeblieben, und dass da irgendein kirchliches Fest liegt. Auch hat dieses Fest durchaus mit einer Person zu tun, die Geschenke verteilt. Das war es aber auch, was der Heilige Nikolaus von Myra und der Weihnachtsmann, ursprünglich bekannt als Father Christmas gemeinsam haben. Letzterer ist nämlich im Amerika der 30er Jahre des vorangegangenen Jahrhunderts aus seinem Russischen Vorbild „Deduschka Moros“, zu Deutsch Großvater Frost, entstanden. Da der aber ein blaues oder weißes Gewand trug und das nicht die Firmenfarben von Coca-Cola waren, wichen sie schließlich dem alllseits bekannten Rot-Weiß.
Der Erste, also Nikolaus von Myra, einee Türkischen Stadt nahe Antalya, lebte wirklich, und zwar historisch nachweisbar in der Zeit zwischen 280 und 380 nach Christi Geburt. Amtliche Heiligsprechungen waren in dieser Zeit nicht üblich, aber bereits gegen 800 n.Chr. tauchen Quellen auf, denen sich entnehmen lässt, dass er wohl aufgrund zahlreicher ihm zugeschriebener Wunder als Heiliger vererhrt wurde. In die heutige Darstellung des Nikolaus sind allerdings mit der Zeit auch Legenden eingeflossen, die seine Person mit der von Namensvettern wie dem Abt Nikolaus des Sionsklosters bei Myra (der ebenfalls Bischof der Stadt wurde), vermischen. Nichts desto weniger bleibt der 6. Dezember der Christliche Festtag des Heilgen Nikolaus, an dem es in vielen Ländern brauch ist, Geschenke zu verteilen. Der Weihnachtsmann taugt meiner bescheidenen Meinung nach allenfalls als Feindbild für den Kommunismus. (Alle Informationen über den Hl. Nikolaus sind dem Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon entnommen)
Worauf ich hinaus will ist Folgendes: Weihnachten ist und bleibt das Fest, an dem Christen auf der ganzen Welt der Geburt dessen gedenken, der ihnen als warhaftiger Sohn Gottes die Grundlagen ihres Glaubens gegeben hat. Alle Traditionen um Weihnachten herum setzen sich wie ein Puzzle zu einer besinnlichen Zeit zusammen, die bei vielen immer noch als die Schönste des Jahres gilt, und haben ausnamslos ihre Daseinsberechtigungen. Gerade das, was dem alljährlichen Weihnachts-Hype in jeder Weise abgeht. So schön doch die Geschenke zu Weihnachten sind (und so sehr sich das Konto freut wenn man sie zwei Monate im Voraus schon kauft), letztenendes ist es das, was in sich die größte Gefahr birgt, aus großartigen lebendigen Traditionen und einer Zeit voller geistigem (und vielleicht auch geistlichem) Tiefgang, ein dumpf dröhnendes Kommerz-Orchester zu machen, das jede Besinnung im Keim erstickt. Ich fände es schade, wenn es soweit kommen muss.
Und ehe ich das nächste Mal das Wort „Weihnachten“ benutze ist mindestens ein Monat rum, versprochen!
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schnarch wir fanden weihnachten schon scheiße da fanden es noch alle gut
Captain Awesome - Sonntag, 2. November 2008 at 21:41