Gleich das Universum?
Schon seit einiger Zeitgibt es das (aus meiner Sicht) erste wirkliche Highllight des musikalischen Halbjahres, das neue Depeche Mode Album „Sounds of the Universe“. von den Fans war diese Platte lange erwartet worden, und ich gehöre zu der Gruppe, die nicht zu sagen umhin kommt, dass sich das Warten gelohnt hat. Zweifelsohne sind DM längst über das Stadium konventioneller Musik hinaus, weswegen sich die Platte auch nicht als besonders ersthöhrerfreundlich ausweisen lässt. Als erstes fällt am Album die schiere Vielschictigkeit auf, kein einziger Titel gleicht dem nächsten, das Album ist mehr eine wilde Überraschungsmixtur denn ein geschlossenes Werk und dennoch: Jeder Titel ist unverkennbar und gehört dazu, keiner ist entbehrlich, sein Fehlen würde sofort auffallen.
Der erste Höreindruck ist währenddessen beherrscht vom unersättlichen Verlangen der Musik nach Lautstärke – Je mehr, je besser. Die Songs sind im Gro schnell, elektrisch und Agressiv, nicht zuletzt ist das Martin Gore zu verdanken, der während der Produktion immer wieder neue uralte Synthesizer und Sampler von eBay kaufte, die eindeutig die komplexen und durchgemixten Arragnements dominieren. Dabei wird keine Rücksicht auf Verluste genommen, denn schließlich heißt das Album Sounds of the Universe und nicht Sounds of Durchschnittsmusikhörer. Wer sich aber die Mühe macht und genügend Zeit nimmt, kommt mit der Platte durchaus auf du und du. Alles in Allem ist das Album eine deutliche Aussage in Zeiten, in denen Musik nur allzu oft allzu flach ausfällt. Kaufen und Hören, ein Zugeständnis an unterforderte HiFi-Anlagen.
Gretz Michael
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Gutes Review, danke!
spanksen - Dienstag, 9. Juni 2009 at 12:09